Aussendung der Hochschüler_innenschaft an der Universität Wien
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Ende Oktober 2020
Besorgniserregende Entwicklungen: Studienrechts-Novelle
Neues von deiner ÖH Uni Wien

Liebe Studierende,


(English version below)

 

Ein kurzes Update zu den aktuellen besorgniserregenden Entwicklungen bezüglich der Studienrechts-Novelle:

 

Das Universitätsgesetz (UG 2002) definiert den rechtlichen Rahmen an den Unis; unter anderem auch das Studienrecht. Seit einigen Monaten verhandeln die ÖH Bundesvertretung, die Universitätenkonferenz (UniKo) und das Wissenschaftsministerium über Neuerungen im Studienrecht. Nun wird die Novelle akut!

Ihr habt es vielleicht schon mitbekommen - gestern wurde publik, dass einige der befürchteten Verschlechterungen des Studienrechts tatsächlich umgesetzt werden sollen. Allen voran die verpflichtende Prüfungsaktivität für neu inskribierte Studien; also die Exmatrikulation bei weniger als 16 ECTS Mindeststudienleistung (pro Studium) pro Jahr. Zudem sollen Studierende, die die STEOP nicht bestehen nicht mehr - wie aktuell - für zwei Semester vom Studium ausgeschlossen werden, sondern auf Lebenszeit [1] [2]. Diese Maßnahmen sind für alle, aber besonders für berufstätige Studierende, Studierende mit Betreuungspflichten oder Doppelstudium und auch Studienanfänger_innen eine unhaltbare Zumutung. Weiters soll die Nachfrist für die Meldung der Fortsetzung des Studiums gestrichen werden und die Rektorate noch mehr Macht bekommen.


Dass das Ministerium über "Effizienzmaßnahmen" brütet, ist insbesondere in Zeiten der Coronakrise blanker Hohn. Statt alle Studierenden in Österreich (mindestens in der Krise!) finanziell abzusichern und möglichst barrierearmes Studieren zu ermöglichen, werden Studierende ihrer Lernfreiheit und Flexibilität beraubt und zusätzlich unter Druck gesetzt.

Die Entwicklung hin zu einer vermeintlich effizienteren (aber keinesfalls besseren) Universität zeichnet sich schon seit Jahren ab, zuletzt so deutlich geworden wie aktuell ist das wohl während des Bologna-Prozesses. Auch dass von einer UniKo-Chefin, die der Meinung ist, “einfach so studieren geht nicht” und junge Menschen sollten sich dem  “Steuerzahler” zuliebe rasch für einen Beruf entscheiden [3], nichts anderes zu erwarten war, ist klar. Aber uns reicht’s: Wir werden diese Verschlechterungen nicht hinnehmen, die über unsere Köpfe und Kritik hinweg durchgesetzt werden sollen. Es zeigt sich, dass das Ministerium entweder keine Ahnung hat was Studierende brauchen und was unsere Lebensrealitäten sind, oder es ist ihnen schlichtweg egal. 


Wir rechnen in den nächsten Tagen mit dem Beginn der Begutachtungsfrist der Novellierung des UG 2002, dann wissen wir, was im Detail auf uns zukommt. Wir halten euch am Laufenden. Stellen wir uns gemeinsam gegen die geplanten Verschlechterungen! Seid widerständig, wir dürfen uns das gerade in der Krise nicht gefallen lassen!

 


Kämpferische Grüße,

deine ÖH Uni Wien




Dear students,


A short update on the current worrying developments regarding the amendment of the study law:


The Universities Act (UG 2002) defines the legal framework at the universities; among other things, it also defines the study law. For several months now, the ÖH Federal Representation, the University Conference (UniKo) and the Ministry of Science have been negotiating on the new study law. Now the amendment is becoming acute!
You may already have noticed - yesterday it was announced that some of the feared deterioration of the study law is actually to be implemented. First and foremost, there is the mandatory examination activity for newly enrolled students, i.e. de-registration if less than 16 ECTS minimum study performance (per degree programme) per year. In addition, students who do not pass the STEOP are no longer to be excluded from studies for two semesters - as is currently the case - but for life [1] [2]. These measures are an intolerable burden for everyone, but especially for working students, students with supervisory duties or double degree programmes and first-year students. Furthermore, the grace period for registering for the continuation of studies is to be abolished and the rectorates are to be given even more power.

 

The fact that the ministry is brooding over "efficiency measures" is a sheer mockery, especially in times of the Corona crisis. Instead of providing financial security for all students in Austria (at least during the crisis!) and enabling as barrier-free studying as possible, students are robbed of their learning freedom and flexibility and put under additional pressure.
The development towards a supposedly more efficient (but by no means better) university has been on the horizon for years, recently becoming as clear as it is now during the Bologna Process. It is also clear that nothing else could be expected from a UniKo head who believes that "you can't just study like that" and young people should quickly decide on a career for the sake of the "taxpayer" [3]. But we have had enough: We will not tolerate this deterioration, which is to be pushed through over our heads and criticism. It turns out that either the ministry has no idea what students need and what our life realities are, or they simply don't care.

 

We expect the review period for the amendment of the UG 2002 to begin in the next few days, and then we will know what to expect in detail. We will keep you up to date. Let us stand together against the planned deterioration! Be resistant, we must not put up with this, especially in times of crisis!

 

 

Combative greetings,
your ÖH Uni Vienna

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